Hier ein paar Schmackrl - Der kleine Unterschied CH : A

Wir sprechen zwar die gleiche Sprache, aber manchmal ist doch alles anders. Hier ein paar Beispiele der unterschiedlichen Mentalitäten Schweiz-Österreich

Bärli

Martina hatte mehrere Katzen. Die waren sehr lieb. Ich bin jedoch mehr der Hundetyp. Die Katzen liebten mich mässig, denn sie durften nicht ins Schlafzimmer. Ein Büsi - der Bärli - war sehr scheu. Niemand konnte ihn streicheln. Als ich das erste mal bei Martina war, legte der Bärli sich direkt auf meinen Schoss und wollte gestreichelt werden. Das wusste ich natürlich nicht. Und Martina war völlig überrascht, was der Bärli da bei mir gemacht hat. Immerhin war er schon 15 Jahre bei ihr und liess sich höchstens von Martina streicheln, aber sonst von niemandem. 
Zwischen uns hat es gefunkt. Bei jedem Besuch kam er direkt zu mir. So sagte ich eines Tages zu Martina: "Vom Bärli bin ich völlig angefressen". Martina reagierte nicht. So habe ich es nochmals wiederholt. Dann war Martina "not amused". Ich wusste nicht was los war?? Ich gebe eine Liebeserklärung an das Büsi ab und Martina ist ziemlich gereizt. Zur Klärung: In Österreich bedeutet "angefressen" zornig sein - in der Schweiz man ist vernarrt. 

"Woast"

Obwohl ich nun schon einige Jahre hier in Bruderndorf verbringe, verstehe ich die Menschen fast nicht. Entweder sprechen sie so schnell oder alles im Hals mit viel OAA - woast - weisst. Die Katastrophe ist die Kombination schnell und im Hals. Ich bin dann wie in einem Film mit miserabler Synchronisation - Immer 20 Sekunden hintendrein...

Der Schweizer

Unser Dorf hat 340 Einwohner und ich bin der einzige Ausländer. Alle kennen mich und sie reden nur vom Schweizer. Einmal wollte ich mich für die Massage anmelden. Ich rufe mit meinem Mobile an. Er nimmt ab und hängt grad wieder auf. Ich rufe nochmals an. Er hängt wieder auf. Ich nehme das Mobile von Martina. Er nimmt ab und meldet sich mit Name. Ich auch. Er: "Weoar is doao?" Er versteht mich nicht, ich ihn auch nicht. Schlussendlich sage ich: "Der Schweizer ist am Telefon." Er: "Sag das doch gleich! was willst Du?"...

 

  

Einkauf im OBI

Während Corona war ich im OBI. Die Kassiererin mit Maske: "hobnsonobiooap" - Ich mache auf ignorieren. Sie wieder "hobnsonobiooap" - Ich: "Was haben Sie gesagt?" "hobnsonobiooap" - "Entschuldigen Sie mich bitte, ich bin ein Ausländer und verstehe kein Wort". Sie nimmt die Maske ab, lächelt und fragt in perfektem Deutsch: "Haben Sie eine OBI-App?"

  

Der Tischler

Ein nachhaltiges Erlebnis war der Schreiner. Er kam aus dem tiefsten Innerösterreich. Ausser "Hallo" habe ich nichts verstanden. Er hat der Martina eine neue Inneneinrichtung verkauft. Möbel kauft man nicht beim XXLutz sondern beim Tischler. Das ist historisch, weil jedes Haus anders ist, müssen die Möbel eingepasst werden. Es sagt also, joaao, hier machen wir einen Schrank und da eine Kommode usw.. Ich frage, er solle mal einen Prospekt zeigen. "Woaas moanst mit Prospekt???" Er hat keinen, er macht das aus dem Kopf. Schlussendlich holt er ein IPad Serie 1 und zeigt uns neben Familienfotos einige Schränke. Mit einem zerbrochenem Doppelmeter vermisst er das ganze Haus. Er melde sich wieder in einer Woche. Nach einer Woche kam er mit einem perfekten CAD-Plan. Alle Möbel in 3D und ergänzend auch von Hand gezeichnet. Sein Sohn habe ihm ein bisschen geholfen. Das Endresultat war phänomenal! 

Die Österreicherin

Martina musste in der Schweiz Kreide fressen. Obwohl wir alle Hochdeutsch können, sprechen alle Mundart. Martina versteht das erste Jahr fast kein Wort! Im Schweiz-Kurs wird geraten, man soll nicht über das Geld reden. Sie wurde beim ersten Anlass bereits gefragt, was sie verdiene und wieviel Vermögen sie hätte. Martina ist in Wien ein VIP und hier die Ausländerin. Also hat sie in Aarau beim Pferderennen einen Preis gespendet. Normalerweise meldet sich der Speaker vor dem Interview für eine kurze Absprache. Das hat er aber unterlassen. Schlussendlich stand der Speaker vor 10'000 Zuschauern und sagte: "Wir haben hier einen Preis von Frau Dr. Glatzl gespendet erhalten. Ich habe meiner Sekretärin gesagt, sie solle die mal googlen. Da kam die Sekretärin zurück und hätte gefragt es gäbe nur eine Frau Dr. Glatzl und die hätte 40'000 Such-Einträge. Das könne doch unmöglich "unsere" sein?. ..."

Die Ausreise

Während Corona waren die Grenzen blockiert. In der Schweiz darf man ohne Aufenthaltsbewilligung 3 Monate bleiben. In der Folge hat Martina um eine Aufenthaltsbewilligung angesucht. Ein Drama für sich! Unwillige, unfreundliche und respektlose Beamte am Werkeln. Nach 4 Jahren erhielt sie eine Steuererklärung. Nach Abklärungen mit der Gemeinde (Doppelsteuerabkommen) erhielt sie den Bescheid, Steuererklärung vernichten. Einen Monat später eine Mahngebühr von CHF 35.00.  Zudem auf Verlangen der Gemeinde Küttigen: Hinterlegung von Bankauszügen und Visa-Abrechnung, Androhung von Konfiszierung des Besitzes in Österreich. Ein Tourist darf sich 2x3 Monate ohne Bewilligung in der Schweiz aufhalten. Martina hat sich 120 Tage in der Schweiz aufgehalten - nicht am Stück! Sie hat nun a) die Aufenthaltsbewilligung abgegeben und b) eine Anwaltskanzlei beauftragt.  
FAZIT: Der Staat muss die korrekten Bürger schikanieren, bei den Anderen ist der Aufwand zu gross!